zweite „JuCo“ Studie

Pressemitteilung vom 23. März 2021

Miriam Zeleke, Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte der Hessischen Landesregierung, zur zweiten „JuCo“ Studie:
"Für eine gelingende Kommunikation zwischen den  Generationen sind wir Erwachsene verantwortlich.“

Wie erleben Jugendliche die Corona-Pandemie? Der Frage sind die Universitäten Hildesheim und Frankfurt in ihrer zweiten, im Forschungsverbund durchgeführten „JuCo“-Studie nachgegangen, die heute veröffentlicht wurde. „Die Ergebnisse der in zwei Wellen durchgeführten Untersuchung bestätigen viele Vermutungen“, sagt Miriam Zeleke, Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte der Hessischen Landesregierung. Die Lebenssituationen von Jugendlichen unterscheiden sich in der Pandemie stark. „Es ist unsere Aufgabe als Erwachsene, Kinder und Jugendliche nicht nur so zu beteiligen, wie wir es kennen und für richtig halten, sondern sie auch als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt zu sehen. Wir können die Jüngeren nicht auf ihre Welt von morgen vorbereiten, wenn wir ihnen nicht fragend und wertschätzend begegnen“, so Zeleke weiter.

Die Pandemie engt nach Erkenntnissen der Studie auch die Mitgestaltungsmöglichkeiten und die privaten Lebensräume junger Menschen stark ein. Kindheit und Jugend finden meist an Orten statt, die Erwachsene ihnen zur Verfügung stellen, die Erwachsene für das Lernen und die Zukunft als Erwachsene wichtig finden. Was Kindern und Jugendlichen in der Pandemie laut „JuCO II“ aber verlorengeht, ist autonomer Raum: Orte, die junge Menschen sich für gewöhnlich selbst aneignen – etwa eine Parkbank, der Platz hinter dem Rathaus oder eine Ecke auf dem Pausenhof. „Das sind genau die Orte, die Ausdruck der Sichtbarkeit, der Teilhabe und des Mitgestaltens sind. Um die sehr unterschiedlichen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu ermitteln, reicht es nicht, sie in Erwachsenenformate zu pressen. Für eine gelingende Kommunikation zwischen den Generationen sind wir Erwachsene verantwortlich“, schließt Miriam Zeleke, Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte der Hessischen Landesregierung.

Im Mai erwartet das Ministerium für Soziales und Integration die Auswertung der JuCo-II-Studie für das Land Hessen, die von der Landesbeauftragten für Kinder- und Jugendrechte in Auftrag gegeben wurde. Die landesspezifischen Ergebnisse sollen zur Veranschaulichung der Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen in Hessen dienen, der Leistung der jungen Generation Ausdruck verleihen und die Erwachsenen daran erinnern, in welcher Verantwortung sie für die Jüngeren stehen. In verschiedenen Formate sollen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.


 

Kinderrechte ins Grundgesetz

Pressemitteilung vom 20. Januar 2021

„Kinderrechte brauchen besondere rechtliche Verankerung!“

Die Landesbeauftragte für Kinder- und Jugendrechte in Hessen, Miriam Zeleke, kritisiert die Umsetzung der heute vom Bundeskabinett beschlossenen Vorhaben zur Grundgesetzänderung für Kinderrechte und erinnerte erneut an die auf Bundesebene bestehenden Kritikpunkte: „Die geplante Erweiterung von Grundgesetzartikel 6 der Großen Koalition bleibt in der momentanen Form hinter vielem zurück, was Fachverbände und die UN-Kinderrechtskonvention schon länger fordern. Gerade deshalb braucht es eine stärkere Verankerung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im Grundgesetz. Die geplante Erweiterung der Bundesregierung ist zwar längst hinfällig – in dieser Form jedoch nicht bestimmt genug und somit kaum ausreichend!“

Miriam Zeleke begründet dies auch mit einer besonderen Generationengerechtigkeit. Durch die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz wird der Staat dazu verpflichtet, die Interessen von Heranwachsenden schon heute zu fokussieren. „Kinderrechte machen eine Gesellschaft zukunftsfähig, von ihnen profitieren nicht nur Kinder und ihre Familien in der Gegenwart. Auch zukünftige Kinder und deren Familien erfahren Förderung und Stärkung in ihrer gesellschaftlichen Rolle, wenn Kinderrechte konsequent umgesetzt werden – dafür braucht es jedoch verbindliche Rahmenbedingungen, die nur durch entsprechend starke Formulierungen im Grundgesetz möglich werden“, so Miriam Zeleke weiter. 

Mit der Berufung von Miriam Zeleke hat die hessische Landesregierung bereits letztes Jahr die besondere Bedeutung von Kinderrechten herausgestellt, ist Hessen doch das einzige Bundesland, das eine hauptamtliche Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte engagiert hat. Mit diesem besonderen Zeichen und neuen Projekten möchte Hessen die Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Breite der Gesellschaft weiter fest verankern – ein Ziel, das so bereits im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Gerade die zurückliegenden Wochen und Monate haben gezeigt, dass nicht nur Kinder und Jugendliche von einer Stärkung ihrer Rechte profitieren.  „Die Stärkung der Rechte von Kindern ist auch eine Stärkung der Interessen ihrer Eltern, denn Kinder sind immer auch Teil eines Familiensystems“, so Miriam Zeleke. 

Mehr Informationen zur Arbeit der Hessischen Landesbeauftragten für Kinder- und Jugendrechte finden Sie hier: https://soziales.hessen.de/familie-soziales/kinder-und-jugendliche/landesbeauftragte-fuer-kinder-und-jugendrechte.

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